Das Jahresthema 2019: „‘Gott liebt Gerechtigkeit‘ (Ps 33,5) – Wofür es sich zu kämpfen lohnt“ Jährlich gibt sich die Arbeitsgemeinschaft der Männerarbeit der EKD ein übergreifendes Jahresthema. Es wird in viefältigen Veranstaltungen in allen Landeskirchen und auf Bundesebene behandelt. Das Jahresthema ist Basis für die Vorbereitung des Männersonntags, der seit 1946 auf Empfehlung der EKD jährlich am 3. Oktobersonntag gefeiert wird.  
Jahresthema 2019 „‘Gott liebt Gerechtigkeit‘ (Ps 33,5) – Wofür es sich zu kämpfen lohnt“ Wort zum Männersonntag 2019 Liebe Männer,   die Welt ist VUKA!   Möglicherweise   fragen   Sie   sich,   was   soll   denn   das   sein?   VUKA!   Noch   nie   gehört. Selbst   wenn   Sie   mit   dem   Begriff   VUKA   so   gar   nichts   anfangen   können,   möchte   ich doch   behaupten,   dass   wir   alle   –   auf   die   eine   oder   andere   Weise   –   davon   betroffen sind.    VUKA   oder   VUCA   ist   ein   Akronym,   das   in   der   Regel   im   Zusammenhang   mit   „Welt“ gebraucht    wird.    VUKA-Welt    oder    VUCA-World    steht    für    Volatilität,    Unsicherheit, Komplexität   und   Ambiguität.   Kurz   und   knapp::   unsere   Welt   wird   in   zunehmendem Maß       unsicherer,       unberechenbarer       und       mehrdeutiger.       Ergo!       Einfache Problemlösungen gibt es nicht!   Woher   kommt   VUKA?   Wer   hätte   es   gedacht?   Natürlich aus    Amerika.    Genauer:    der    Begriff    wurde    durch    das amerikanische    Militär    erfunden.    In    seinem    Ursprung beschreibt     das    Akronym     eine     besondere     Lage     in Kriegsgebieten.     Die     Militärs     sind     zur     Erkenntnis gekommen,     dass     Auseinandersetzungen     strategisch weniger   planbar   sind.   Die   Lage   kann   sich   von   einem Tag   auf   den   anderen   komplett   verändern.   Es   gibt   keine klaren    Handlungsmuster,    die    sich    aus    eindeutigen Erkenntnissen    ableiten    lassen.    Zusammengefasst    ist das VUKA. VUKA   ist   aber   nicht   nur   die   Welt   der   Militärs. Auch   die   Politik   oder   die   Wirtschaft   unterliegen   heute VUKA-Bedingungen.   Die    Welt    ist    VUKA!    Bestimmt    von    Volatilität,    Unsicherheit,    Komplexität    und Ambiguität.   Das   klingt   kompliziert   –   ist   es   auch!   Zunächst   bedeutet   es,   dass   viele, unterschiedliche    Faktoren    aus    unterschiedlichsten   Zusammenhängen    gleichzeitig Wirkung    zeigen.    Mit    der    Folge,    dass    die    Unvorhersehbarkeit    der    Entwicklungen aufgrund   der   Wechselhaftigkeit   und   Instabilität   der   Ereignisse   zunimmt.   Es   kommt zu   hohen   Flüchtigkeits-   und   Schwankungsraten   (Volatilität)   unter   dem   Eindruck   von Ungewissheit   und   Unklarheit   (Unsicherheit).   Das   alles   –   auf   der   Basis   einer   nie gekannten    Informations-        und    Datendichte    –    erhöht    die    Komplexität    ohne erkennbare    Eindeutigkeit    (Ambiguität).    Die    Entscheidungsprozesse    erfordern    ein hohes   Maß      an   Flexibilität   unter   hohem Zeitdruck.   Die Angst   vor   Fehlern   und   vor   der Unüberschaubarkeit   der   Folgen   des   eigenen   Handelns   wächst.   Umgekehrt   entsteht aber    auch    der    Eindruck,    dass    keine   –    oder    fast    nur    falsche   –    Entscheidungen getroffen    werden.    Dabei    sehnen    wir    uns    nach    einfachen    Lösungen.    Wollen Vertrautheit   und   Sicherheit.   Unübersichtlichkeit,   Mehrdeutigkeit   und   Veränderungen machen   uns   eher Angst.   Unsere   bis   heute   gängigen Verhaltensmuster:   Flucht, Angriff und   Totstellen   kommen   in   der   VUKA-Welt   an   ihre   Grenzen.   Und   das   stresst   enorm! Möglicherweise   ist   das   auch   ein   Grund   dafür,   dass   heute   mehr   und   mehr   Menschen die   Lösung   komplexer   Probleme   und   Aufgaben   in   der   Ausgrenzung   und   nicht   im konstruktiven   Dialog   sehen.   Unter   solchen   Gesichtspunkten   ist   die   Frage   nach   Recht und   Gerechtigkeit,   die   unser   Jahresthema   stellt,   nicht   einfach   und   nicht   eindeutig   zu beantworten.   „Gott   liebt   Gerechtigkeit   –   wofür   es   sich   zu   kämpfen   lohnt.“   Nun,   nichts   geschieht ohne   Wechselwirkung. Alles   steht   in   Relation   verschiedener   Prozesse   und   Ereignisse. Demgegenüber    gilt:    Gottes    Gerechtigkeit    integriert    und    grenzt    nicht    aus.    Sie beteiligt   an   Entscheidungsprozessen   und   wägt   Interessen   ab,   sucht   den   Ausgleich, übt   Toleranz   und   fördert   Lebensperspektiven   –   auch   in   einer   Welt   unter   VUKA- Bedingungen. Dafür lohnt es sich zu kämpfen!   Ich   wünsche   Euch   und   Ihnen   viel   Freude   mit   dem   Jahresthema   und   anregende   und konstruktive Diskussionen rund um die Suche nach der Gerechtigkeit.   Ihr/Euer   GERD KIEFER Vorsitzender der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland